Die Zeiten, in denen wir einfach nur „googeln“, sind gezählt – zumindest, wenn es nach OpenAI geht. Mit ChatGPT ist ein neuer Player aufgetaucht, der nicht nur antwortet, sondern gleich ganze Wissenspakete ausliefert. Trotzdem ist klar: An Google kommt derzeit noch niemand vorbei. Noch nicht. Ein Blick auf aktuelle Zahlen, Funktionen und Umsätze zeigt: Die digitale Suche befindet sich im Umbruch – aber das Geld verdient immer noch der Platzhirsch.


Zahlen, die beeindrucken – auf beiden Seiten

Beginnen wir mit dem Elefanten im Raum: den Nutzerzahlen. Google ist nach wie vor der Titan unter den Suchmaschinen. Laut Statista liegt der Marktanteil im Januar 2025 bei satten 79,3 Prozent. Und bei den reinen Zugriffen? 9,5 Milliarden Klicks auf Nachrichten-Webseiten via Google – alleine von Januar bis Mai 2025. Zum Vergleich: Über ChatGPT waren es im gleichen Zeitraum gerade einmal 25 Millionen. Macht ein Verhältnis von 1 zu 379. Autsch.

Aber: ChatGPT wächst – und wie! Täglich gehen laut OpenAI über 2,5 Milliarden Anfragen bei der KI ein. Das macht hochgerechnet 912,5 Milliarden pro Jahr – eine Zahl, bei der sich selbst Google einmal kurz umdreht. Die wöchentlichen Nutzerzahlen sind von 300 auf über 500 Millionen gestiegen – innerhalb von nur drei Monaten.

Auch bei der deduplizierten Web-Audience zeigt sich ein deutliches Wachstum: In den USA stieg die Zahl der Nutzer:innen von ChatGPT zwischen März 2024 und März 2025 um satte 46,8 Prozent – von 27 auf 39,63 Millionen. Google konnte im selben Zeitraum nur leicht zulegen: von 268,5 auf 269,6 Millionen Nutzer:innen – ein Plus von gerade einmal 0,4 Prozent.

Zwar bleibt Googles Reichweite damit immer noch rund 6,8-mal größer als die von ChatGPT – doch die Dynamik liegt klar bei der KI.


Chatbot statt Linkliste?

Warum greifen überhaupt so viele auf ChatGPT zurück? Die Antwort ist simpel: Kontext. ChatGPT liefert keine Linklisten, sondern direkt verwertbare Infos, oft sogar in personalisierter Form. Vor allem bei komplexeren Fragen oder kreativen Aufgaben ist der Chatbot vorne mit dabei. Laut einer Studie von Norstat fragt in Deutschland rund die Hälfte der KI-Nutzer:innen mittlerweile zuerst ChatGPT, wenn es um Produktempfehlungen geht – nicht mehr Google.


Google wehrt sich mit KI – und verdient mehr denn je

Natürlich bleibt das bei Google nicht unbemerkt. Das Unternehmen integriert seit Monaten KI-Zusammenfassungen direkt in die Suche. Statt nur Links gibt’s jetzt auch schnelle Antworten. Besonders spannend: Features wie „Circle to Search“, mit dem man direkt aus anderen Apps per Einkreis-Geste eine Google-Suche starten kann – ohne die App zu verlassen.

Das Beste für Google: Es funktioniert. Laut CEO Sundar Pichai stieg die Anzahl der Suchanfragen um 10 Prozent – gerade bei jungen Nutzern. Und trotz des KI-Umbaues bleibt die Bilanz beeindruckend: 71,34 Milliarden Dollar Werbeerlöse im letzten Quartal (+10,4 %). Insgesamt knackte Alphabet einen Quartalsumsatz von 96,43 Milliarden Dollar, der Gewinn stieg um satte 19,4 % auf 28,2 Milliarden Dollar.


KI braucht Strom – und Geld

Die Kehrseite des KI-Booms: Rechenzentren kosten. Alphabet hat deshalb die geplanten Investitionen für Infrastruktur von 75 auf 85 Milliarden Dollar erhöht – ein Statement, das zeigt, wie ernst es dem Konzern mit KI ist.


Konkurrenz belebt das Geschäft – und die Suche

Noch ist Google die unumstrittene Nummer eins, wenn es ums Suchen geht. Aber ChatGPT holt auf, vor allem bei jüngeren, technikaffinen Nutzer:innen. Der Kampf um die Suchvorherrschaft ist in vollem Gange – und er wird zunehmend intelligent geführt.

Egal ob du lieber klickst oder chattest: Die Zukunft der Suche wird KI-gestützt. Und sie wird spannend.

Eure Rookies,
Niklas & Jan

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