KI-geschriebene Texte sind oft wie Fertigpizza: schnell gemacht, halbwegs genießbar, aber irgendwie fehlt der Geschmack. Wer schon einige davon gelesen hat, erkennt die typischen Merkmale schnell: gleichförmiger Satzbau, übermäßige Wiederholungen, flache Argumente, unpräzise Fachbegriffe und generische Formulierungen. Dazu kommen optische Hinweise wie Gedankenstriche, zu viele Emojis oder unpassende Formatierungen.

Die gute Nachricht: Du kannst diese „KI-Handschrift“ aus deinen Texten herausbekommen – und zwar ohne extra Tools oder Kosten. Alles, was du brauchst, ist eine kluge Eingabeaufforderung (Prompt) und ein bisschen Nacharbeit.


Woran man KI-Texte erkennt

Typische KI-Texte verraten sich durch:

  • Stilistische Monotonie – jeder Satz klingt ähnlich
  • Wort- und Phrasenwiederholungen – oft schon im selben Absatz
  • Unpräzise Fachsprache – Begriffe werden unscharf oder falsch eingesetzt
  • Generische Formulierungen – Floskeln, die überall passen könnten
  • Besondere Satzzeichen – vor allem Gedankenstriche im Übermaß
  • Übertriebene Sprache – dramatische Superlative oder Marketing-Hype

Diese Eigenheiten lassen Texte künstlich wirken, auch wenn die Inhalte stimmen.


Der Humanisierungs-Prompt

Mit der folgenden Eingabeaufforderung kannst du KI-Ausgaben so anpassen, dass sie natürlicher klingen. Sie wurde für klaren, direkten Schreibstil entwickelt – besonders im Social-Media- und Marketingkontext, funktioniert aber auch für Blog- und Infotexte.

BEFOLGE DIESEN SCHREIBSTIL:

• Verwende klare, einfache Sprache.
• Schreibe knapp und informativ.
• Nutze kurze, prägnante Sätze.
• Schreibe im Aktiv, vermeide Passiv.
• Konzentriere dich auf praktische, umsetzbare Tipps.
• Verwende Aufzählungspunkte in Social-Media-Posts.
• Nutze Daten und Beispiele, um Aussagen zu untermauern.
• Sprich den Leser direkt mit „du“ und „dein“ an.
• Verwende keine Gedankenstriche (—). Nutze stattdessen nur Kommas, Punkte oder andere normale Satzzeichen. Wenn du Ideen verbinden willst, setze einen Punkt oder ein Semikolon, aber niemals einen Gedankenstrich.
• Vermeide Formulierungen wie „...nicht nur..., sondern auch...“.
• Vermeide Metaphern und Klischees.
• Vermeide Verallgemeinerungen.
• Vermeide Standardsätze am Satzanfang wie „abschließend“, „zusammenfassend“ usw.
• Keine Warnhinweise oder Hinweise im Output – nur die angeforderte Antwort.
• Vermeide unnötige Adjektive und Adverbien.
• Keine Hashtags.
• Keine Semikolons.
• Kein Markdown.
• Keine Sternchen.
• Vermeide diese Wörter:
kann, darf, gerade, dass, sehr, wirklich, buchstäblich, tatsächlich, sicherlich, wahrscheinlich, im Grunde genommen, könnte, vielleicht, vertiefen, beginnen, aufschlussreich, geschätzt, Licht ins Dunkel bringen, gestalten, gestalten, vorstellen, Bereich, bahnbrechend, freischalten, entdecken, in die Höhe schnellen, Abgrund, nicht allein, in einer Welt, in der, revolutionieren, disruptiv, nutzen, nutzend, tief eintauchen, Wandteppich, beleuchten, enthüllen, entscheidend, komplex, erläutern, daher, darüber hinaus, Bereich, jedoch, nutzen, spannend, bahnbrechend, hochmodern, bemerkenswert, es, bleibt abzuwarten, Einblick in, navigieren, Landschaft, karg, Zeugnis, zusammenfassend, abschließend, darüber hinaus, ankurbeln, sprunghaft ansteigen, erschlossen, mächtig, Anfragen, sich ständig weiterentwickeln

#WICHTIG: Überprüfe die Antwort und stelle sicher, dass keine Gedankenstriche enthalten sind!

Diesen Text kannst du in den ChatGPT-Einstellungen unter „Anpassen“ speichern. So musst du ihn nicht jedes Mal neu einfügen.

Alternativ möchte ich euch eine kompaktere Version „für den Alltag“ anbieten:

Schreibe klar, einfach, direkt.
Nutze kurze Sätze, aktiv formuliert.
Gib praktische Tipps, keine Ausschmückungen.
Verwende Listen, wenn möglich.
Sprich mit „du“ und „dein“.
Keine Gedankenstriche, Metaphern, Klischees oder Verallgemeinerungen.
Keine Füllwörter oder unnötigen Adjektive.
Keine Hashtags, kein Markdown, keine Sternchen.
Vermeide Standardsätze wie „abschließend“.

So gehst du in der Praxis vor

Wenn du die Anweisungen nicht in den Einstellungen hinterlegst, kannst du das natürlich auch ganz normal in deinem Prompt nutzen:

  1. Humanisierungs-Prompt anwenden – Gib den Entwurf mit der Humanisierungsanweisung ein.
  2. Selbst nachbearbeiten – Lies den Text laut. Klingt er zu glatt oder maschinell, formuliere Sätze um.
  3. Beispiele und Details ergänzen – KI neigt zu Allgemeinplätzen. Ersetze sie durch konkrete Fakten, eigene Erfahrungen oder Anekdoten.
  4. Layout anpassen – Kürze Absätze, setze Zwischenüberschriften und nutze Listen. Das erhöht Lesbarkeit und Natürlichkeit.

Beispiel: Vorher und nachher

Ich habe ChatGPT gebeten, einen viralen LinkedIn-Beitrag über ChatGPT-Agenten zu schreiben:

Vorher (KI-typisch):

Nachher (humanisiert):

Der Unterschied: weniger Pathos, mehr Klarheit, direkter Bezug zum Leser.


Humanisierte KI-Texte haben drei Vorteile:

  • Sie werden lieber gelesen, weil sie natürlicher klingen.
  • Sie wirken glaubwürdiger, da sie nicht wie aus der Maschine fallen.
  • Sie transportieren deine Persönlichkeit – und genau das macht den Unterschied.

Wenn du diesen Prozess einmal verinnerlicht hast, wirst du KI-Texte nicht mehr als „Endprodukt“ sehen, sondern als Rohmaterial, das du gezielt veredelst.

Was als „menschlich“ oder „KI-typisch“ wirkt, ist oft subjektiv. Manche Menschen schreiben schon seit Jahren mit vielen Gedankenstrichen oder Emojis, weil es ihrem persönlichen Stil entspricht. Andere nutzen kurze, klare Sätze, ganz ohne KI-Hilfe. Der Eindruck entsteht also weniger durch einzelne Elemente, sondern durch den Gesamtkontext des Textes.

Eure Rookies,
Niklas & Jan

3 Gedanken zu „So machst du KI-Texte menschlicher – und zwar sofort“
  1. Hallo zusammen,

    zum Thema Gedankenstriche: Eure „nicht vorhandenen“ Argumente gegen den Gedankenstrich würden mich mal interessieren. Das mag für Marketingtexte stimmig sein, aber für wissenschaftliche Arbeiten auf keinen Fall. Gedankenstriche sind dort seit jeher ein Mittel, dem Text Struktur und optische Klarheit zu verpassen. Ich könnte reihenweise Texte einstellen, aus denen das deutlich wird.

    Dasselbe gilt für einige eurer vorgeschlagenen „Streich-Begriffe“. In der Wissenschaft üblich, auch in literarischen Texten immer schon Stilmittel. Für Blogs und Marketingphrasen freilich unpassend.

    Aber irgendwoher müssen KI-Modelle ja ihre „Ausdrucksweise“ haben. Und da spielen literarische und wissenschaftliche Werke keine Nebenrolle.

    Also das was ihr schreibt, gilt eher für Marketingtexte oder vielleicht Blogs. Ich würde das gerne etwas differenzierter lesen hier.

    1. Hallo Jonas,

      vielen Dank für deine Anmerkungen. Du hast natürlich Recht: Der Gedankenstrich hat grundsätzlich seine Berechtigung. Aber ChatGPT & co. unterscheiden nicht zwischen wissenschaftliche Arbeiten oder „Marketingtexte“.

      Ich kann nur für mich selber sprechen: Ich habe diese in der „Vor-ChatGPT-Zeit“ auch gerne mal für Texte genutzt, habe es mir aber eher abgewöhnt. Am Ende hat ja jeder auch seinen eigenen Schreibstil. Die „Streichliste“ ist ja nur ein Vorschlag, dort können ja auch Wörter ergänzt oder gestrichen werden.

      Aber du hast Recht: ich bin hier vor allem auf Blogbeiträge, Social Media und co. eingegangen. Und dort sieht man leider immer häufiger Anzeichen für KI-generierte Texte…

      Freundliche Grüße
      Jan

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