Vor kurzem haben wir hier im Blog darüber gesprochen, wie wichtig Datenschutz bei Large Language Models (LLMs) ist – und wie schnell persönliche Daten bei der Nutzung von KI-Assistenten in falsche Hände geraten können. Heute schauen wir uns ein Projekt an, das genau diesen Problemen den Kampf ansagt. Lumo von Proton zeigt, wie ein moderner KI-Chatbot aussehen kann, wenn Privatsphäre und Sicherheit nicht nur mitgedacht, sondern konsequent umgesetzt werden. Für uns ist das ein echtes Best Practice-Beispiel dafür, wie verantwortungsvolle KI-Entwicklung aussehen sollte.

Künstliche Intelligenz kann viel – Texte schreiben, Informationen zusammenfassen, Programmcode debuggen oder bei rechtlichen Fragen unterstützen. Aber eins kann sie bisher oft nicht: deine Daten in Ruhe lassen. Viele der bekanntesten KI-Assistenten speichern Chatverläufe, nutzen sie zum Training ihrer Modelle oder geben Daten an Dritte weiter. Wer KI nutzen will, musste bisher oft einen Teil seiner Privatsphäre opfern. Mit Lumo ändert sich das.


Was ist Lumo?

Lumo ist ein neuer KI-Assistent von Proton, dem Unternehmen hinter Diensten wie Proton Mail, Proton VPN oder Proton Drive. Alle Proton-Dienste folgen einem klaren Prinzip: Datenschutz an erster Stelle. Lumo ist da keine Ausnahme. Der Chatbot wurde speziell für Nutzer:innen entwickelt, die moderne KI-Funktionen nutzen möchten, ohne persönliche Daten preiszugeben.

Was ihn besonders macht: Lumo speichert keine Protokolle, verschlüsselt alle Chats Ende-zu-Ende und nutzt deine Eingaben nicht für das Training des KI-Modells.


Datenschutz first – So funktioniert Lumo unter der Haube

Die Architektur von Lumo ist komplett auf Sicherheit und Privatsphäre ausgelegt. Hier ein paar zentrale Merkmale:

  • Keine Chatprotokolle auf dem Server: Deine Unterhaltungen werden nicht dauerhaft gespeichert. Alles, was du speicherst, bleibt lokal verschlüsselt auf deinem Gerät.
  • Zero-Access-Verschlüsselung: Proton selbst kann deine Chats nicht einsehen – auch nicht aus Versehen. Die Technologie dahinter ist die gleiche, die auch bei Proton Mail oder Proton Drive eingesetzt wird.
  • Open Source und unabhängig: Lumo basiert auf quelloffenen Sprachmodellen, wird in europäischen Rechenzentren betrieben und arbeitet nicht mit amerikanischen oder chinesischen KI-Firmen wie OpenAI oder Google zusammen.
  • Keine Datennutzung fürs Modelltraining: Im Gegensatz zu vielen großen Playern nutzt Lumo deine Eingaben nicht zur Verbesserung des Modells. Was du schreibst, bleibt bei dir.

Diese Punkte machen Lumo nicht nur für Privatpersonen interessant, sondern auch für Unternehmen, die mit sensiblen Daten arbeiten – zum Beispiel aus dem Gesundheits-, Rechts- oder Finanzbereich.


Was Lumo alles kann

Auch wenn der Fokus auf Datenschutz liegt, ist Lumo ein vollwertiger KI-Assistent mit nützlichen Funktionen:

  • Textgenerierung & Umschreiben: Ob Bewerbungsschreiben, E-Mails oder Blogposts – Lumo hilft beim Formulieren.
  • Zusammenfassen von Inhalten: Praktisch für juristische Texte, wissenschaftliche Paper oder Verträge.
  • Dateianalyse: Lumo kann hochgeladene Dokumente lesen und Inhalte extrahieren – ohne sie auf dem Server zu speichern.
  • Websuche: Optional kann Lumo das Internet nach aktuellen Informationen durchforsten.
  • Ghost-Modus: Aktivierst du diesen Modus, werden keine Spuren deines aktuellen Chats gespeichert – ideal für besonders vertrauliche Gespräche.

Besonders praktisch: Wenn du bereits Proton-Dienste nutzt, kannst du nahtlos Dateien aus Proton Drive in Lumo-Chats integrieren. Alles bleibt Ende-zu-Ende verschlüsselt.


Proton: Mehr als nur ein Chatbot

Auch wenn Lumo aktuell der jüngste Zuwachs ist – Proton ist längst kein Ein-Produkt-Unternehmen. Wer ein Proton-Konto hat, bekommt Zugriff auf ein komplettes Datenschutz-Ökosystem, das nahtlos zusammenarbeitet:

  • Proton Mail – Ende-zu-Ende-verschlüsselte E-Mails, die weder gelesen noch für Werbung ausgewertet werden.
  • Proton Calendar – Ein privater Kalender, bei dem Termine verschlüsselt aufbewahrt werden.
  • Proton Drive – Sichere Cloud-Speicherung mit verschlüsselter Dateifreigabe.
  • Proton VPN – Anonymes und sicheres Surfen, inklusive Schutz vor Tracking und Werbung.
  • Proton Pass – Passwortmanager mit integriertem 2FA-Authenticator und E-Mail-Alias-Funktion.
  • Proton Wallet – Eine sichere Möglichkeit, Bitcoin zu verwahren und Transaktionen privat abzuwickeln.

Mit einem Proton-Konto lassen sich viele dieser Dienste direkt mit Lumo verbinden – zum Beispiel Dateien aus Proton Drive in Chats einfügen oder vertrauliche Notizen aus Proton Mail zusammenfassen lassen. Alles bleibt durch die Proton-Verschlüsselung geschützt.


So startest du mit Lumo

Der Einstieg ist einfach: Geh auf lumo.proton.me und leg los – ganz ohne Konto. Du kannst Lumo direkt im Browser nutzen oder dir die App für Android oder iOS herunterladen.

Wenn du ein Proton-Konto hast, kannst du deine Chatverläufe sicher speichern und über mehrere Geräte hinweg nutzen. Für ein größeres Nutzungskontingent gibt es außerdem Lumo Plus mit unbegrenzten Anfragen und zusätzlichen Funktionen.


Lumo ist ein spannendes Beispiel dafür, wie KI auch anders funktionieren kann: nutzerzentriert, transparent und datenschutzfreundlich. Für alle, die moderne Sprach-KI nutzen wollen, ohne ihre Privatsphäre zu kompromittieren, ist Lumo eine echte Alternative zu ChatGPT, Copilot & Co.

Es zeigt: KI muss nicht zwingend auf Überwachung basieren. Sie kann auch ein Werkzeug sein, das dem Menschen dient – und nicht umgekehrt.

Eure Rookies,
Niklas & Jan

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