Suno, Udio, MusicGen – die KI-Musikwelt ist mittlerweile gut besetzt. Doch während sich die Platzhirsche im Rampenlicht sonnen, kommt aus der zweiten Reihe ein alter Bekannter mit einem lauten Beat zurück: Riffusion.
Schon 2022 ging Riffusion als eines der ersten Tools an den Start, mit dem man per Texteingabe Musik generieren konnte. Damals war das eher eine Tech-Demo mit Experimentiercharakter. Heute sieht das ganz anders aus: Mit einem massiven Relaunch, neuer Website und stark erweiterter Funktionalität bringt sich Riffusion wieder ins Spiel – und das mit voller Absicht.

Musik aus Text – so funktioniert Riffusion
Riffusion funktioniert verblüffend einfach: Du gibst einen Text ein, z. B. „melancholischer Gitarrenpop über Chatbots mit Liebeskummer“ – und die KI macht Musik daraus. Technisch passiert dabei Folgendes: Die Software nutzt sogenannte stabile Diffusion, um deinen Prompt in ein Spektrogramm umzuwandeln. Das ist im Grunde ein Bild der Musik – und genau daraus erzeugt Riffusion anschließend den Sound.

Besonders spannend: Du musst keinerlei musikalische Kenntnisse mitbringen. Das Tool richtet sich ausdrücklich an alle Nutzerlevel, vom blutigen Anfänger bis zum Profi-Produzenten auf Ideensuche. Die Benutzeroberfläche ist so intuitiv gestaltet, dass du direkt loslegen kannst – ganz ohne Noten, Beats oder Audiowissen.

Kein Beta mehr – Riffusion ist offiziell gestartet
Früher war Riffusion ein kostenloses Tool in der Beta-Phase. Mittlerweile ist das vorbei. Die Plattform ist offiziell gestartet und bietet ein gestaffeltes Preismodell – aber auch weiterhin eine kostenlose Einstiegsmöglichkeit.
| Plan | Preis | Features |
|---|---|---|
| Free | $0 / Monat | Unbegrenzte Basic-Generierung, 2 gleichzeitige Songs, nur nicht-kommerzielle Nutzung |
| Starter | $6 / Monat (jährlich) | 10 Studio-Stunden/Monat (~600 Songs), kommerzielle Nutzung, Projekte, Cover Upload |
| Member | $36 / Monat (jährlich) | 70 Studio-Stunden/Monat (~4200 Songs), Remix-Funktionen, Discord-Channel, frühe Feature-Zugänge, 16 gleichzeitige Songs |
Wichtig: Nur die Bezahlpläne erlauben die kommerzielle Nutzung der generierten Musik. Wenn du z. B. eigene Songs für Videos, Podcasts oder Spotify-Projekte brauchst, ist mindestens der Starter-Plan Pflicht.
So startest du mit deinem ersten Song
Der Einstieg ist simpel: Gehe auf die Website, melde dich per Google, Discord oder Handynummer an – und los geht’s.
Du hast dann zwei Hauptmodi zur Auswahl:
- Prompt: Du gibst eine kurze Beschreibung ein, und die KI macht dir daraus in Sekunden ein Musikstück.
- Compose: Für alle, die mehr Kontrolle wollen. Hier kannst du eigene Lyrics schreiben (oder von der KI schreiben lassen), den Musikstil genauer festlegen und sogar eigene Songs hochladen und remixen.
Von der Idee zum Track – so läuft’s im Prompt-Modus
Im einfachen Prompt-Modus kannst du direkt mit wenigen Worten Musik erzeugen. Du gibst z. B. ein: „Uplifting EDM über einen KI-Roboter, der tanzen lernt“ – und schon landen zwei Songvarianten in deiner Library. Dort kannst du die Songs abspielen, herunterladen, ein Coverbild hinzufügen oder den Track privat halten, veröffentlichen oder remixen.

Wenn du es ganz genau wissen willst, kannst du auch einzelne Stems exportieren – also getrennte Spuren für Vocals, Drums, Bass etc.

Compose-Modus: Remix, Lyrics, Feintuning
Der Compose-Tab ist ideal, wenn du z. B. einen deutschen Text möchtest oder bestimmte Sounds erzielen willst. Hier kannst du:
- Eigene Lyrics eingeben oder KI-generieren lassen
- Musikstile auswählen oder eigene Begriffe eingeben („Dark Synth“, „Lo-Fi Guitar Groove“, „Chiptune Pop“ usw.)
- Im Advanced Mode Parameter wie Energy, Tempo oder Weirdness anpassen
Auch eigene Songs kannst du hochladen, um sie remixen zu lassen – entweder komplett neu interpretiert, verlängert oder in Teilen ersetzt.
Was macht Riffusion besonders?
Im Vergleich zu anderen Tools wie Suno oder MusicGen punktet Riffusion mit einem spielerischen, zugänglichen Ansatz. Kein überladenes Interface – einfach reinschreiben und Musik hören.
Außerdem ist die zugrundeliegende Technologie (in Teilen) Open Source. Das ursprüngliche Riffusion-Modell wurde frei veröffentlicht und hat viele Weiterentwicklungen inspiriert. Die aktuelle Webplattform selbst ist zwar nicht vollständig offen, basiert aber auf einem transparenten technischen Fundament.

Und was geht (noch) nicht so gut?
Natürlich ist noch nicht alles perfekt:
- Die Stimmen klingen manchmal noch künstlich oder undeutlich – besonders bei komplexen deutschen Texten.
- Die Wahl von „männlich“ oder „weiblich“ bei Vocals wird nicht immer korrekt umgesetzt.
- Riffusion tendiert immer dazu, die englische Sprache zu bevorzugen. Wenn man also deutsche Songs haben möchte, muss man da ein wenig “nachhelfen”.
Aber: Das Tool wird kontinuierlich weiterentwickelt, und das Tempo der Verbesserungen ist hoch.
Riffusion zeigt eindrucksvoll, wie KI den kreativen Zugang zur Musik verändert. Du brauchst kein Tonstudio, keine Vorkenntnisse – nur eine Idee und ein paar Worte. Wer Musik liebt oder einfach mal eine neue Art von kreativem Ausdruck ausprobieren möchte, sollte Riffusion eine Chance geben.
Ob du deiner Mutter einen musikalischen Guten-Morgen-Riff schickst oder deinem Podcast das perfekte Intro verpasst – Riffusion bringt KI-Musik in deinen Alltag.
Eure Rookies,
Niklas & Jan
